Aargauer Grüne befürworten den Ausbau der Mittelschullandschaft im Aargau

Im Planungsbericht „Aargauer Mittelschulen: Entwicklungsstrategie 2045“ zeigt die Regierung auf, wie der längerfristige Bedarf an Schulraum in der Mittelschule gedeckt werden kann. Einerseits sollen durch den Ausbau der bestehenden Standorte Kantonsschule Baden und Wettingen, Kantonsschule Wohlen sowie der Alte Kantonsschule Aarau Kapazitäten erweitert werden. Andererseits ist der Bau zwei neuer Standorte, einer im Fricktal und einer im Raum Brugg/Lenzburg, an die Hand zu nehmen. Diese grosse Investitionen in die Bildung im Aargau sind wichtig und notwendig, denn Bildung ist unsere wichtigste Ressource.

Auch bei der aktuellen, unter dem schweizerischen Durchschnitt liegenden Maturitäsquote können die bestehenden Kantonsschulen das demografische Wachstum der nächsten Jahre nicht aufnehmen. Zudem werden die Fricktaler Mittelschülerinnen und -schülerin künftig nicht mehr in den Kantonen Basel-Landschaft oder Basel-Stadt zur Schule gehen, da auch diese Kantone ihre Kapazitäten selber benötigen. In der Auslegeordnung zum Schulraumbedarf zeigt der Regierungsrat auf, dass neben dem Ausbau von bestehenden Standorten auch zwei Neubauten notwendig sind.

Die Grünen unterstützen die Strategie des Kantons, grosse, aber nicht übergrosse Kantonsschulen anzubieten. Grosse Schulen weisen gegenüber kleinen Schulen positive Skaleneffekte aus, die Kosten pro Abteilung resp. pro Schüler/-in sind kleiner. Weiter können grossen Schulen beispielsweise durch ein grosses Freifachangebot mehr Möglichkeiten für die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schüler anbieten. Zu grosse Schulen mit mehr als 1500 Lernenden bergen jedoch Gefahr, zu anonymen „Lernfabriken“ zu werden. Ein Standort muss überschaubar bleiben, die Schülerinnen und Schüler müssen sich wohl fühlen und mit der Schule identifizieren können, um erfolgreich lernen zu können.

Das Mittelschulsystem soll eine gewisse Raumreserve aufweisen, damit nicht wenige Jahre nach Eröffnung bereits wieder ausgebaut werden muss und schwankende Schülerzahlen abgefedert werden können. Die Grünen sind der Ansicht, dass die Kantonsschule Fricktal für 44 Abteilungen geplant werden soll. Sonst wäre der neue Standort kurz nach Eröffnung wieder zu klein. Beim Entscheid für einen möglichen Standort in Möhlin/Rheinfelden, Frick oder Stein ist dies zu berücksichtigen.

Mit der Errichtung einer weiteren Kantonsschule im Aargauer Mittelland im Raum Brugg oder Lenzburg sollen die Kantonsschulen in Aarau, Baden und Wettingen spürbar entlastet werden.

Wir begrüssen den Grundsatz, dass sich die Infrastruktur der Aargauer Kantonsschulen grundsätzlich im Eigentum des Kantons befinden soll. Eigentum ist für die öffentliche Hand langfristig gesehen günstiger als Miete und darum zu bevorzugen. Für den Bau von neuen Mittelschulen fallen nach heutigem Kenntnisstand für Schulgebäude und Aussenanlagen Erstellungskosten in der Grössenordnung von rund zwei Millionen Franken pro Abteilung an. Alleine für den Bau der beiden neuen Standorte ist ein Finanzbedarf von mind. CHF 140 Mio. notwendig. Die Grünen unterstützen die Reformbestrebungen im Bereich Immobilien, dass bei Grossvorhaben anstelle der Investitionen die Abschreibungen der Erfolgsrechnung über die gesamte Nutzungsdauer der Schuldenbremse unterstellt werden sollen.

Ruth Müri

Baden-Dättwil

Grossrätin, Stadträtin, Kandidatin Ständerat
Dipl. Geografin, CAS Nachhaltige Entwicklung