GRÜNES aus dem Grossen Rat (2026/10)
Willkommen, Magi und Patrick – ihr kommt gerade richtig
Gestern durften wir in unserer Fraktion zwei neue Gesichter willkommen heissen: Herzlich willkommen!
Magi Keller (58) aus Gontenschwil, Bezirk Kulm, ist Sozialarbeiterin und war beruflich lange im Kindesschutz tätig. Im Rat wird sie sich um Sozial- und Gesundheitspolitik kümmern: «Mit grosser Freude werde ich im Grossen Rat die grünen Anliegen vertreten und wie mein Vorgänger, Severin Lüscher, gemeinsam Lösungen für den Kanton Aargau erarbeiten.»
Patrick Schmid (53) aus Wohlen, Bezirk Bremgarten, bringt fast 30 Jahre politische Erfahrung mit – als Einwohnerrat, in der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission seiner Gemeinde und im Vorstand der Grünen Wohlen. Er ist im Jugendnaturschutz Freiamt aktiv und im Vorstand von Pro Natura Aargau. Beruflich unterrichtet er seit fast 25 Jahren an der Bezirksschule Spreitenbach. «Naturschutz im Aargau ist für mich gelebtes ‹Think global, act local›: Was wir hier vor Ort schützen und gestalten, wirkt weit über unsere Grenzen hinaus.»
Müssen wir die Männer vor dem Krawattenzwang schützen?
Der Rat debattierte gestern am ausführlichsten über einen Vorstoss von FDP, EDU, Mitte und SVP: Mädchen unter 16 Jahren sollen in der Schule kein Kopftuch mehr tragen dürfen. Eine Zehnjährige entscheide das nicht frei, lautet die Begründung, die Schule müsse ein Schutzraum sein. Doch dieses Verbot löst kein einziges Problem. Ruth Müri sagte es im Rat so: «Die Schülerin zieht beim Betreten des Schulareals das Kopftuch aus und beim Verlassen wieder an. Hat sich dadurch an ihrer Situation etwas geändert oder verbessert? Wohl kaum.» Wer Mädchen wirklich schützen will, muss dort ansetzen, wo es nützt: bei Prävention, Beratung und Schutzplätzen. Dieselben Parteien wollten vor Kurzem das Kinder- und Jugendhilfegesetz beerdigen, das den Kinderschutz im Aargau tatsächlich verbessert. Daniel Hölzle fragte mit Blick auf die SVP-Grossräte, geschlossen in Anzug und Krawatte: «Müssen wir die Männer vor der Krawatte schützen?» Angenommen haben SVP, FDP und Mitte den Auftrag trotzdem. Die Regierung muss nun ein Verbot ausarbeiten, von dem sie selbst sagt, dass es vor Bundesgericht kaum standhalten wird.
Welche Lehren zieht der Kanton Aargau aus dem Hitzesommer 2026?
Zu heisse Klassenzimmer, Pflegeheime und Spitäler, seit Wochen die höchste Waldbrandstufe, Bäche, aus denen kein Wasser mehr entnommen werden darf, und das Kernkraftwerk Beznau, das vom Netz musste, weil die Aare zu warm war. Wir haben deshalb gestern eine Interpellation eingereicht – Fragen, die die Regierung schriftlich beantworten muss: Welche Lehren zieht der Kanton Aargau aus diesem Sommer, für Wasser, Wald, Landwirtschaft und Gesundheit? Und was ist mit den Bereichen, die in der kantonalen Anpassungsstrategie bisher gar nicht vorkommen, etwa dem Schulbetrieb? Sommer wie dieser werden häufiger und intensiver. Wir müssen jetzt die Lehren daraus ziehen – und gleichzeitig alles dafür tun, dass es nicht noch schlimmer kommt.