Grüne lehnen geplante Aushubdeponien im Fricktal ab

Die Grünen Aargau lehnen im Mitwirkungsverfahren für die Richtplaneinträge von Aushubdeponien im oberen Fricktal die Standorte Herznach, Bözen und Wegenstetten ab. Für den Standort Hornussen verlangen sie eine vertiefte Bedarfsabklärung.

Keine neuen Deponien im Jurapark

Auf den vom Planungsverband und Regierungsrat vorgeschlagenen Gebieten „Buech“ (Herznach), „Förlig“ (Bözen) und „Hersberg“ (Wegenstetten) sollen im Perimeter des Juraparks Aargau „auf grüner Wiese“ Deponien für unverschmutztes Aushubmaterial eingerichtet werden. Dies widerspricht in den Augen der Grünen dem besonderen Schutzstatus des Parks, der sich durch die Vielfalt seiner Landschaften und seine reiche Biodiversität auszeichnet. So kommen zum Beispiel nördlich des Gebietes Buech im Startlebach seltene Dohlenkrebse vor. Ausserdem liegen weitab von der vom Kanton festgelegten Entwicklungsschwerpunkte und der Entwicklungsachse des Fricktals entlang der Bahnlinie, wo der Aushub vorwiegend anfallen wird. Die Grünen lehnen diese drei Standorte deshalb ab.

Intransparentes Verfahren

Das Verfahren zur Festlegung der Prioritäten ist in den Augen der Grünen intransparent. Aufgrund der Formulierung im Begleitbericht besteht der Verdacht, dass das Gebiet Breiti (Hornussen) nicht als Festsetzung eingestuft wurde, weil die Gemeinde nicht erfüllbare Bedingungen (Einzonung von Gewerbeland) gestellt hat. Deponien – sofern sie denn nötig sind – sollten dort eingerichtet werden, wo der beste Standort ist und nicht dort, wo am wenigsten Widerstand zu erwarten ist.

Verwerten statt Deponieren

Die Grünen fordern den Kanton auf, die von verschiedenen Seiten zu Recht angezweifelten Zahlen bezüglich zu erwartendes Aushubvolumen im oberen Fricktal zu überprüfen. Auch beim Thema Aushubmaterial muss zudem die Devise „Verwerten statt Deponieren“ gelten. In Aargau bestehen bereits Anlagen zur Aufbereitung (z.B. in Münchwilen). Auch wenn dieses Verfahren nicht für jeden Boden geeignet ist, sollte doch vermehrt darauf gedrängt werden, alles Material zurückzugewinnen. Der Kanton könnte in diesem Bereich in Zusammenarbeit mit Fachhochschulen und Partnern aus der Bauindustrie Pionierarbeit leisten und die Erforschung von neuen Verfahren fördern, die auch nicht sehr kieshaltiges Aushubmaterial einer sinnvollen Weiterverwendung zuführen würde.

Kontakt: Andreas Fischer Bargetzi, andreas.fischer@grossrat.ag.ch, 077 443 01 20