MM Grüne Aargau zur Botschaft Revision Löhne Lehrpersonen

Eine dringend notwendige Revision, aber im Detail ungenügend. Das Hauptziel der Lohnrevision, konkurrenzfähige Löhne auf allen Stufen bieten zu können, wird klar verfehlt. Trotz den Marktzulagen bei Sek II-Lehrpersonen wird im 11 Jahr der Marktvergleich nicht erreicht.

In der Botschaft des Regierungsrates wird offen aufgezeigt, dass die Lehrpersonenlöhne im Aargau nicht konkurrenzfähig sind. Neben der strukturellen Lehrpersonenknappheit – die Generation der geburtenstarten Jahrgängen der Baby-Boomer kommt ins Pensionsalter, währen die aktuellen Schülerzahlen deutlich ansteigen – trägt auch das aktuelle, im marktvergleich diskriminierende Lohnsystem dazu bei, dass es immer schwieriger wird, genügend gut qualifizierte und geeignete Lehrpersonen zu finden.

Grundsätzlich begrüssen die Grünen Aargau die neue analytische Funktionsbewertung. Die Lohnkurven liegen bei den Sek-I-Lehrpersonen jedoch immer noch unter dem Marktverlauf. Bei den Mittelschullehr- und Berufsschullehrpersonen wird mit einer Marktzulage versucht, näher an den Marktverlauf zu kommen. Aber auch mit dieser Massnahme wird im 11. Jahr der Markvergleich nicht erreicht.

Der Wechsel von einer altersabhängigen Entlöhnung hin zu einem von der berufsrelevanten Erfahrung abhängigen Lohnsystem befürworten wir, ebenso die Einführung des neuen Lohnsystems in einem Schritt. Ein Mangel in der der Anhörungsvorlage wurde für die Lehrpersonen der Sekundarstufe II sowie Logopädie verbessert, in dem nun die funktionsspezifische, für die Lehrtätigkeit relevante ausserschulische Berufserfahrung in den zu unterrichtenden Fächern neu zu 80 statt 40% angerechnet wird. Aus unserer Sicht wäre diese Anpassung auch für Lehrpersonen aller Stufen notwendig gewesen.

Das Hauptziel der Lohnrevision, für alle Stufen konkurrenzfähige Löhne bieten zu können, wird jedoch klar verfehlt. Die Revision geht in die richtige Richtung, ist aber ungenügend. Für ein funktionsfähiges Aargauer Bildungswesen braucht es mehr als zusätzlichen 69 Millionen Franken pro Jahr von Kanton (51 Millionen Franken) und Gemeinden (18 Millionen Franken). Bildung ist unsere wichtigste Ressource und muss uns etwas wert sein. Gute Lehrpersonen werden in der Hattie-Studie als einer der wichtigsten Faktoren für den Bildungserfolg unserer Kinder und Jugendlichen ausgewiesen. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen wir deshalb zukunftsweisend in ein konkurrenzfähiges, faires Lohnsystem für die Aargauer Lehrpersonen investieren!

Für Rückfragen:

Ruth Müri

Baden-Dättwil

Grossrätin, Stadträtin
Dipl. Geografin, CAS Nachhaltige Entwicklung, verheiratet, 2 Kinder
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