GRÜNES aus dem Grossen Rat (2026/09)
Mehr Klimaschutz. Nicht morgen, nicht übermorgen – jetzt
Heute war die letzte Grossratssitzung vor den Sommerferien – und für Hannes Tobler und Severin Lüscher die letzte überhaupt. Zwischen Abschied und Apéro standen handfeste Geschäfte an: Strasse und Schiene, ein überfälliger Schritt in der Suchthilfe und einmal mehr die Kosten der Klimakrise.
Schiene ja, sechste Spur nein
Der Grosse Rat schickte zwei Standesinitiativen – offizielle Forderungen des Kantons an den Bund – nach Bern: SVP, FDP und Mitte wollen die A1 zwischen Aarau Ost und Birrfeld auf sechs Spuren ausbauen, die Umweltkommission hängte eine zweite für den Bahnausbau auf der Ost-West-Achse an. Dort würde ein Ausbau die überlastete Strecke spürbar entlasten. Für uns GRÜNE machte Mechthild Mus klar: Ein Autobahnausbau mitten in der Klimakrise ist der falsche Weg. Mehr Spuren bringen nur mehr Verkehr und der Stau ist bald zurück. Die Bahn dagegen entlastet die Strasse wirklich. Wir stimmten dem Bahnausbau zu und lehnten den Autobahnausbau ab; der Rat nahm beide an.
Hilfe statt Wegschauen: Schadensminderung kommt ins Gesetz
Beim Gesundheitsgesetz ging es um einen überfälligen Schritt: Die sogenannte Schadensminderung – Angebote wie Anlaufstellen oder sauberes Spritzenmaterial, die die gesundheitlichen und sozialen Folgen von Sucht verringern – wird nun ausdrücklich im kantonalen Gesetz verankert, und der Kanton kann sie künftig mitfinanzieren. Für uns GRÜNE sagte Severin Lüscher in einem seiner letzten Voten: «Die GRÜNEN stimmen der Änderung vorbehaltlos zu. Fast 15 Jahre nach der Verankerung im Bundesrecht ist es höchste Zeit für eine tragfähige Säule auch im Kanton Aargau.» Getragen von einer breiten Mehrheit; nur die SVP war dagegen.
Klimaschäden kosten – die Gebäudeversicherung spürt es
Die Aargauische Gebäudeversicherung verzichtet dieses Jahr auf die Prämienrückerstattung und stockt ihre Reserven auf,weil mit dem Klimawandel das Risiko von grossen Unwetterschäden steigt. Maurus Kaufmann für uns GRÜNE: «Ein weiteres Beispiel, wie uns der Klimawandel teuer zu stehen kommt.» Wir stimmten der Genehmigung des Geschäftsberichts zu, fordern aber, dass die AGV ihr Geld auch klimafreundlich anlegt — eine Spitzenreiterrolle fehlt noch.
Zum Schluss: Danke, Hannes. Danke, Severin.
Heute sassen Hannes Tobler (Unterlunkhofen) und Severin Lüscher (Schöftland) zum letzten Mal im Ratssaal. Hannes, der wegzieht, gab uns einen Auftrag mit: «Hitzeperioden, Starkniederschläge und Dürren sind keine Warnungen mehr – sie sind bittere Gewissheit. Machen Sie mehr Klimaschutz. Nicht morgen, nicht übermorgen – jetzt.» Severin, der nach zehn Jahren geht, legte uns die Demokratie ans Herz: «Gerade in unruhigen Zeiten braucht es starke und verlässliche Institutionen. Sorgen Sie für einen starken und selbstbewussten Grossen Rat.»
Im Namen der Fraktion: Lieber Hannes, lieber Severin – ganz herzlichen Dank für euer Engagement und die gemeinsame Zeit. Eure Aufträge nehmen wir mit.
Gib’s weiter, bevor alle in den Ferien sind
Über den Sommer sind wir alle etwas schwerer erreichbar – umso schöner, wenn diese Einordnung trotzdem ankommt. Leite den Newsletter an eine Kollegin oder einen Kollegen weiter, damit auch sie wissen, was im Grossen Rat gelaufen ist.