Volle Kassen – doch die Probleme bleiben liegen
Der Kanton Aargau hortet Milliarden, während psychisch kranke Kinder monatelang auf Behandlung warten, Hausärzte fehlen und Sonderschulplätze Mangelware sind. Statt den erneuten Überschuss von 345 Millionen Franken in reale Probleme zu investieren, soll er einmal mehr in der Ausgleichsreserve parkiert werden. Für die Grünen ist klar: Der Kanton hat kein Geldproblem. Er weigert sich bloss, das Geld sinnvoll einzusetzen.
An echten Problemen fehlt es dem Kanton Aargau nicht: Psychisch kranke Kinder warten monatelang auf Behandlungsplätze. Überall fehlen Hausärzte. Fast 200’000 Menschen sind auf Prämienverbilligungen angewiesen. Über 200 Kinder stehen ohne Sonderschulplatz da. Gute und bezahlbare Kinderbetreuung ist vielerorts nicht vorhanden. Für den Klimaschutz macht der Kanton das Minimum des Minimums.
«Im Aargau leben echte Menschen mit echten Problemen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns um diese kümmern – statt Milliarden auf der hohen Kante zu horten und Steuern zu senken», sagt GRÜNEN-Fraktionspräsidentin Mirjam Kosch.
Ausserdem: Der Aargau erhielt 2025 über eine halbe Milliarde Franken aus dem nationalen Finanzausgleich – so viel wie noch nie – weil er zu den ressourcenschwachen Kantonen gehört. Statt das als unveränderbaren Fakt hinzunehmen, könnte der Kanton seine gute finanzielle Ausgangslage endlich dafür nutzen, ein attraktiver Kanton zu werden: gute Schulen, ausreichend bezahlbare Kinderbetreuung, eine funktionierende Gesundheitsversorgung und gesunde Lebensräume. Der Aargau hätte mit seinen Reserven alle Voraussetzungen, diesen Weg einzuschlagen.
Die Grünen fordern: Schluss mit dem Horten. Das Geld muss dorthin, wo es gebraucht wird – in die Gesundheitsversorgung, in die Bildung und in den ökologischen Umbau.