30. Juni 2026 von Dr. Mirjam Kosch, Grüne, Aarau (Sprecherin), Marius Fedeli, SP, Buchs, Christian Minder, EVP, Niederlenz, Dr. Leandra Kern Knecht, GLP, Windisch

Der Kanton Aargau will unabhängiger werden von importierten fossilen Energien. Ein wichtiger Hebel ist dabei die Wärme – sie macht rund die Hälfte des Energieverbrauchs aus und stammt noch immer grösstenteils aus Öl und Gas. Aber wo lassen sich Gebäude an ein Wärmenetz anschliessen? Wo können lokale Wärmequellen wie Abwärme, Grundwasser oder Seewasser genutzt werden? Und wo ist der Umstieg auf einzelne Wärmepumpen sinnvoll? Genau für solche Fragen ist die kommunale Energieplanung das zentrale Instrument.

Doch genau hier scheint der Aargau planlos unterwegs. Gemäss der Energiestrategie energieAARGAU 2025 verfügten Ende 2023 erst 14 Gemeinden über eine behördenverbindliche Energieplanung. Gleichzeitig hat sich der Kanton zum Ziel gesetzt, bis 2035 mit Energieplanungen 80 % der Bevölkerung abzudecken. Zwischen heutigem Stand und Ziel liegt also eine erhebliche Lücke.

Die Energieplanung ist dabei nicht nur ein Instrument für die Behörden. Sie schafft Grundlagen für die Versorgungssicherheit, hilft Gemeinden bei Entscheiden über ihre Energieinfrastruktur und kann auch Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern konkret nützen. Andere Kantone zeigen das: Der Kanton Glarus hat auf Basis der kommunalen Energieplanungen ein Energieportal aufgebaut, das Eigentümerinnen und Eigentümern für ihre Liegenschaft passende erneuerbare Heizsysteme vorschlägt. Der Kanton Zürich hat zusammen mit den Gemeinden ein einheitliches Geodatenmodell entwickelt, mit dem die Energieplanungen standardisiert erfasst und dargestellt werden.

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