Postulat betreffend kühlere Siedlungen und Klimaresilienz durch verstärkte Entsiegelung von Flächen
Die Hitzebelastung im Siedlungsraum wird durch den Klimawandel zunehmen. Entsiegelungen gehören zu den wirksamsten Massnahmen, um die lokale Aufheizung zu reduzieren, die Verdunstungskühlung zu fördern und die Klimaresilienz von Siedlungsräumen zu stärken.
Versiegelte Flächen heizen sich an Sommertagen stark auf und tragen wesentlich zur Entstehung von Hitzeinseln im Siedlungsraum bei. Gleichzeitig verhindern sie die Versickerung von Niederschlagswasser und verschärfen die Folgen von Trockenperioden und Starkregenereignissen.
Entsiegelte und begrünte Flächen können Wasser aufnehmen, speichern und verdunsten. Dadurch wirken sie kühlend auf ihr Umfeld, stärken den natürlichen Wasserhaushalt und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur Biodiversität. Entsiegelung ist damit eine wirksame Klimaanpassungsmassnahme mit Mehrfachnutzen.
Der Kanton Aargau engagiert sich bereits heute mit verschiedenen Projekten und Programmen für klimaangepasste Siedlungen. Die zunehmende Hitzebelastung sowie die wachsenden Herausforderungen durch Trockenperioden und Starkregenereignisse zeigen jedoch, dass die Umsetzung von Entsiegelungsmassnahmen weiter beschleunigt werden sollte.
Der Regierungsrat hat in seiner Beantwortung der Interpellation 24.11 die Bedeutung der Entsiegelung für Klima, Biodiversität und Regenwassermanagement ausdrücklich anerkannt. Gleichzeitig wurde festgehalten, dass Potenziale und Machbarkeit auf kantonalen Flächen bisher nicht systematisch erfasst wurden.
Das Postulat soll deshalb aufzeigen, wie die bisherigen Aktivitäten des Kantons gezielt ausgebaut werden können, damit Entsiegelungen künftig einen grösseren Beitrag zur Hitzeminderung und zur klimaresilienten Entwicklung des Siedlungsraums leisten.
Der Regierungsrat wird eingeladen zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten,
- wie die bestehenden Aktivitäten des Kantons zur Entsiegelung von Flächen ausgebaut und verstärkt werden können;
- wie Potenziale für Entsiegelungen auf Flächen im Eigentum des Kantons systematischer identifiziert und die Entsiegelung prioritärer Flächen vorangetrieben werden können;
- ob dafür zusätzliche finanzielle Mittel, personelle Ressourcen oder Anpassungen bestehender
Programme erforderlich sind.